Medizin

 

Fleischfressende Pflanzen und Ihre Verwendung in der heutigen Medizin.

Es ist schon verwunderlich, dass neben Heilpflanzen wie Kamille, Johanniskraut, Huflattich oder Arnika auch fleischfressende Pflanzen als solche bezeichnet werden. Aber es gibt durchaus eine ganze Reihe an Arzneimitteln, in denen auch fleischfressende Pflanzen eingesetzt werden. Schon die Urvölker, welche keinerlei Möglichkeiten hatten Arzneimittel synthetisch herzustellen, wie das in der heutigen Pharmazie gang und gebe ist, machten sich auch fleischfressende Pflanzen zu nutze. So wird von Einheimischen aus bestimmten asiatischen Regionen bis heute die Flüssigkeit der noch geschlossenen Nepentheskannen als Augentropfen verwendet. Diese soll Entzündungslindernde Eigenschaften besitzen. Dies ist allerdings nicht das einzige Anwendungsgebiet. So werden die Arzneimittel z.B. auch in der  Homöopathie eingesetzt. Dies ist ein Heilverfahren, bei dem Medikamente in sehr starken Verdünnungen verabreicht werden. Homöopathische Verfahren können erfolgreich sein, wenn der Organismus noch die Fähigkeit zur Selbstheilung besitzt. Zu den Anwendungsgebieten gehören Asthma, Allergien, Neurodermitis und psychosomatische Erkrankungen wie nervöse Magenbeschwerden. Die Art der Verwendung von fleischfressenden Pflanzen im Einsatz als Heilpflanzen ist vielfältig, sie können z.B. als Aufguss, Absud, Tinktur, Lösung, Pillen, Tees und Einreibungen eingesetzt werden. In den Vereinigten Staaten werden schon seit geraumer Zeit Arzneimittel mit fleischfressenden Pflanzen erfolgreich gegen den Krebs eingesetzt.

Welche Pflanzen kommen zum Einsatz?

Hauptsächlich finden bestimmte Arten der Gattungen Drosera, Dionaea und Nepenthes eine Anwendung in Arzneimitteln. Die Pharmakonzerne suchen aber ständig nach neuen Möglichkeiten und Rezepturen, welche eventuell in Zukunft auch andere Gattungen fleischfressender Pflanzen mit einbeziehen könnten. Allerdings wies der World Wide Fund for Nature (WWF) 1998 darauf hin, dass ein großer Teil der europäischen Heilpflanzen durch unkontrolliertes Sammeln gefährdet ist. Deshalb ist vom Selbstsammeln abzuraten, denn es verlangt viel Kenntnis bei Ernte und Konservierung, auch dürfen aus Naturschutzgründen viele einheimische Heilpflanzen nicht aus der Natur entnommen werden.